Abschied aus Kaiserslautern

Agnes Mujawamariya (3. von rechts) bei ihrer Verabschiedung in der Pfarrei St. Martin durch den AK Weltkirche am 23. Oktober 2012

Agnes Mujawamariya (3. von rechts) bei ihrer Verabschiedung in der Pfarrei St. Martin durch den AK Weltkirche am 23. Oktober 2012

Agnes Mujawamariya kehrt nach sieben Jahren in ihre Heimat zurück. Die 29-jährige Studentin stammt aus Shangi in Ruanda, der Partnergemeinde der Pfarrei St. Martin in Kaiserslautern. 

Sie studierte in der ruandischen Hauptstadt Kigali Elektro- und Kommunikationstechnik als sie auf die Partnerschaft zwischen der TU Kaiserslautern und der Universität Kigali aufmerksam wurde. Als eine der Studienbesten wurde sie schließlich ausgewählt, ihr Studium in Deutschland fortsetzen zu können. Im Jahr 2005 fing Agnes Mujawamariya schließlich mit 15 weiteren Kommilitonen aus ihrer Heimat an der TU Kaiserslautern an. Sie setzte ihr Studium, das von der ruandischen Regierung finanziert wurde, erfolgreich fort. Bis dahin habe Agnes Mujawamariya nicht gedacht, dass sie einmal in Kaiserslautern, in der Stadt ihrer Partnergemeinde, leben und studieren werde.

Die Pfarrei St. Martin kannte sie schon aus ihrer Heimatpfarrei, seit 1983 sind die Pfarrgemeinden Shangi und Muyange mit der Gemeinde St. Martin in Kaiserslautern partnerschaftlich verbunden. Anlässlich des Weltjugendtag 2005 knüpfte Agnes Mujawamariya dann erste Kontakte zu ihrer Partnergemeinde in Kaiserslautern, sie begleitete die ruandische Jugenddelegation, welche zu Besuch in St. Martin war, und lernte den damaligen Pfarrer Norbert Kaiser, Gisela Rick, Dorothea Fuchs und viele andere Gemeindemitglieder kennen. Heute blicke sie auf gute Freundschaften in St. Martin und Kaiserslautern zurück. Mit der Pfarrei St. Martin war sie zweimal als Dolmetscherin nach Ruanda geflogen, zuletzt im vergangenen Jahr mit Pfarrer Andreas Keller. Sie hatte in Kaiserslautern die deutsche Sprache gelernt, München, Berlin, Frankreich sowie Belgien besucht und war gerne in Mannheim ausgegangen. In der Kirchengemeinde St. Martin engagierte sie sich im Pfarrgemeinderat und im AK Weltkirche, sie half bei der Organisation der Martinskerwen und des Solilaufs. An der TU Kaiserslautern war sie in der ruandischen Studentenvereinigung engagiert. In der Gemeinschaft unterstützt man sich gegenseitig und hält enge Kontakte in die Pfarrei St. Martin, wo eine ruandische Trommelgruppe nun ihren Proberaum hat und aus den Festgottesdiensten in der Martinskirche nicht mehr wegzudenken ist. 

Agnes Mujawamariya wird Ende des Monats nun zu ihrem Mann Emmanuel Hategekimana nach Ruanda zurückkehren. Die beiden hatten sich während ihrer Studienzeit in Kigali kennengelernt und verliebt, im Dezember 2011 schließlich in Ruanda geheiratet. Agnes Mujawamariya wird sich nach ihrer Rückkehr ersteinmal nach Arbeit umschauen. Sie schätzt ihre Chancen bei einem der drei großen Telekommunikationsunternehmen in Ruanda eine Anstellung zu finden recht gut ein, Fachkräfte werden in Ruanda gesucht. Sie möchte mit ihrem Mann in Kigali leben und wird ihre Eltern und ihre neun Geschwister im ca. 320 km entfernten Shangi regelmäßig besuchen. Eine ihrer Schwestern besucht noch die Primarschule in Bushenge auf welche Agnes Mujawamariya auch einmal ging und die von der Pfarrei St. Martin unterstützt wird. Sie habe ein gutes Gefühl nach Ruanda zurückzugehen und freue sich auch schon auf das nächste Jahr, wenn eine Delegation aus Kaiserslautern zum 30. Partnerschaftsjubiläum ihre Heimatpfarrei in Shangi besuchen wird. Den Kontakt zu ihren Freunden in Kaiserslautern möchte sie halten, das Internet macht es möglich.

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