Ermordet: Evariste Nambaje

Norbert Kaiser und Evariste Nambaje (2008)

Priester Evariste Nambaje wurde im Nyungwe-Urwald in Ruanda von unbekannten Personen umgebracht. Am Samstag, 22.02.2014, wurde er tot in seinem Auto aufgefunden.

Wir kannten ihn als Ökonom der Diözese Cyangugu sehr gut. Nach dem Erdbeben 2008 koordinierte er den Wiederaufbau in unseren Partnergemeinden Shangi und Muyange in der Diözese von Bischof Jean Damascéne in Ruanda. Abbé Evariste arbeitete dort mit den Verantwortlichen des Koordinationsbüros zusammen und initiierte auch unser Kaffeeprojekt.

Wir gedenken und beten für ihn, heute Abend, um 18:00 Uhr, und am Sonntag, um 10.45 Uhr, in den Gottesdiensten in der Martinskirche Kaiserslautern.

zur Pressemitteilung des Bistum Speyer →

„Taxi Rwanda“ – der Film aus 2008

Impressionen von unserer letzten Ruandareise…

Bitte installieren Sie gegebenenfalls den QuickTime-Player, um den Film anschauen zu können. Sie können QuickTime hier kostenlos laden, folgen Sie den Installationshinweisen. Der Film dauert ca. 25 Minuten und die .mp4-Datei ist etwa 70MB groß, rechnen Sie daher mit einer etwas längeren Ladezeit.

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Taxi Rwanda

Bitte installieren Sie gegebenenfalls den QuickTime-Player, um den Film anschauen zu können. Sie können QuickTime hier kostenlos laden, folgen Sie den Installationshinweisen. Der Film dauert ca. 25 Minuten und die .mp4-Datei ist etwa 70MB groß, rechnen Sie daher mit einer etwas längeren Ladezeit.

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Filmpremiere: „Taxi Rwanda“

„Taxi Rwanda – zur Jubiläumsfeier nach Shangi“

Wir laden Sie herzlich ein, morgen, am 07. Sept. 2008, ab 10.00 Uhr, in die Martinskirche zu unserem Gemeindefest, der Martinskerwe.  Im Anschluss an den Festgottesdienst erwartet Sie ein kunterbuntes Programm, u. a. zeigen wir zum ersten Mal den Film zur Reise!

Seien Sie bei der Filmpremiere dabei, wir freuen uns auf Ihr Kommen.

 

Pressemitteilung

Nachstehend die Pressemitteilungen zu unseren Jubiläumsfeiern und der Ruandareise. Sie können die Berichte downloaden und veröffentlichen. Bitte setzen Sie uns über Ihre Veröffentlichung in Kenntnis.

Pressemitteilung: Jubiläum und Besuch in St. Martin
Pressemitteilung: Jubiläum und Besuch in Ruanda

Für Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Kath. Pfarrgemeinde St. Martin
Ausschuß Weltkirche
Spittelstraße 4
67655 Kaiserslautern

Tel.: 0631-93183


Es gibt viel zu tun!

Das Reisetagebuch habe ich nun mittlerweile um einige Bilder ergänzt und auch die ersten Lücken zwischen den Tagen füllen sich mit Nachtragsberichten. Die Verantwortlichen unserer Pfarrei und unserer Partnergemeinden in Ruanda haben nun einiges zu tun, Berichte, Briefe und Präsentationen sind zu fertigen, Telefonate zu führen, Anträge zu formulieren, weiterzuleiten usw. Es tut sich was und unserer Reise war hoffentlich nicht umsonst.

Ob uns der Alltag wieder hat? Ein stückweit vielleicht, doch etwas ist anders – zum ersten Mal schaue ich im Supermarkt bewußt auf das Auszeichnungsetikette: die Bananen kommen aus Südamerika, die Äpfel aus Neuseeland usw. Ich erinnere mich an den süßlichen Geschmack der Früchte in Ruanda, nicht zu vergleichen. Heute gehe ich ohne Bananen nach Hause, mit Äpfel und einem Salat vom Bauern nebenan.

Willkommen Europa, Willkommen zu Hause

Am 07.08.2008, gegen 21.00 Uhr, verlassen wir mit einer Stunde Verspätung den afrikanischen Kontinent, um ihn einige Minuten später zur Zwischenlandung in Uganda nochmals zu berühren. Nach 9 Stunden erreichen wir schließlich Europa und landen um 06.05 Uhr in Brüssel – es ist wesentlich kühler in Belgien und während unserer Fahrt nach Kaiserslautern fängt es an zu regnen. Nach einen Tankstop in Luxemburg kommen wir wohlbehalten in Kaiserslautern an und werden dort von unseren Angehörigen, Freunden und Arbeitskollegen herzlich empfangen.

Wir können auf erlebnisreiche Tage in Ruanda zurückblicken und freuen uns, bereits am kommenden Sonntag in den Gottesdiensten  darüber berichten zu können.

Abschied

Nachdem es die letzten Tage mit einer stabilen Internetverbindung leider nicht mehr geklappt hat, berichte ich heute, am 07. August 2008, aus dem Koordinationsbüro in Kigali. Es ist der Tag unserer Abreise und wir haben uns bereits vorgestern aus Shangi und der Diözeses Cyangugu verabschiedet. Die Berichte der Erlebnisse der vergangenen Tage, über das Fest in Shangi, unsere fünfstündige Fahrt über Sandpisten an die burundische Grenze, der Besichtigung eines Wasserkraftwerks und der größten Solaranlage Afrikas, über die Eindrücke der Begegnungen mit Opfern des Erdbebens und an AIDS oder TBC erkrankten Menschen, über unseren Besuch im „Incuti-Lädchen“ und über vieles mehr, werde ich dann noch nachreichen.

Die Eindrücke waren überwältigend und wir konnten ein wenig erahnen wie das tatsächliche Leben hier in Ruanda ist, welche Hoffnungen die Menschen in uns setzen und auf welch vielfältige Weise sie versuchen ihren Alltag zu meistern, um zu überleben.

Die letzten Tage hatten wir überdies noch etliche offizielle Termine wahrgenommen und es bleibt kaum Zeit zum Verschnaufen. Heute ist, nachdem wir vom Erzbischof in Kigali empfangen wurden, die Abschlussbesprechung mit allen Beteiligten aus Shangi, Muyange, Cyangugu, mit unserem Ingenieur Herrn Farrenkopf und dem Architekten der Diözese sowie Herrn Nieden aus dem Koordinationsbüro. Ich denke, wir können auf ein positives und zuversichtliches Ergebnis blicken, um die Situation nach dem Erdbeben in unseren Partnergemeinden wieder ein wenig zu verbessern.

Wir werden später noch u. a. die Gedenkstätte der Opfer des Genozids besuchen und uns am Nachmittag auf den Weg zum Flughafen machen. Unser Flieger startet dann voraussichtlich um 19.55 Uhr, ruandesischer Zeit! – also plus-minus „X“ ;-)

Planmäßige Ankunft in Brüssel wird voraussichtlich morgen früh um 06.40 Uhr sein, bis nach Kaiserslautern dürften wir dann nochmals vier bis fünf Stunden unterwegs sein. Sofern es sich einrichten läßt gebe ich aus Brüssel kurz Bescheid.

Bis dahin, und auf besonderen Wunsch von Christian, schicke ich Euch ein fröhliches „Hasta Bananas“, und sende zum letzten Mal, mit Vorfreude auf eine anständige Dusche und doch auch mit ein wenig Wehmut das Land und unsere Freunde verlassen zu müssen, Grüße aus Ruanda!

Die Erde bebt!

Sonntag, 03. August 2008, 21.30 Uhr, wir haben gerade mit dem Bischof Jean Damascène zu Abend gegessen, Huehnchen, gekochte Bananen, Kartoffeln und Karotten. Nach jeder Mahlzeit gibt es tropische Fruechte, besonders lecker sind hier die Bananen. Diese wachsen auf unzaehligen kleinen Plantagen zwischen den Huegeln und Taelern Ruandas, sie sind hier viel kleiner und schmecken unbeschreiblich gut – nicht zu vergleichen mit unserer EU-genormten Importbanane!

Mittlerweile hat es angefangen zu regnen und wir hoffen, morgen endlich einen sonnenklaren Tag zu haben, die meiste Zeit war es bislang zwar um die 25 bis 30 Grad warm, jedoch bewoelkt und die Weitsicht ueber das Land hinweg getruebt.

Am vergangenen Freitag, den 01. August, stand nun zunaechst unser erster Besuch in Shangi auf dem Programm, dort trafen wir auch Agnes wieder, unsere Dolmetscherin, sie hatte bei Ihrer Familie uebernachtet.

Der Empfang in Shangi war sehr herzlich und es begruessten uns viele alte Bekannte und Freunde die uns auch zum Weltjugendtag besucht hatten. Im baufaelligen Gemeindesaal, ein Architekt oder Statiker wuerde wohlmoeglich nicht einen Schritt weit in das Gebaude gehen, trafen wir schliesslich Vertreter saemtlicher Gruppen und Interessengemeinschaften. Berthe vertrat als Sprecherin alle Gruppen und stellte deren Taetigkeiten und bislang erreichten Erfolge vor – so treffen sich z. B. jeden dritten Tag Schuelergruppen, die einmal die Partnerschaft zwischen Shangi und St. Martin weiterfuehren werden. Berthe berichtete, dass einige der durch den Schuelerfond unterstuetzten Kinder und Waisen des Genozids mittlerweile die Schule erfolgreich abgeschlossen haben. Die heute Erwachsenen haben zum Teil auch schon eigene Familien gegruendet. Darueberhinaus haben sich viele Gruppen gefestigt und fuehren ihre Arbeit erfolgreich fort. Es hat sich mittlerweile auch eine Gruppe AIDS-Kranker gegruendet, die ueber die Krankheit aufklaeren moechte und HIV-infizierte Menschen beratend zur Seite steht. Etwa 150 Kranken sei so schon Hilfe zugekommen und ihr Leben konnte durch die Verteilung kostenloser und durch den Staat bereitgestellter Medikamente erleichtert werden. Ueberdies erhalten sie Hilfe und Beratung bei der Zubereitung besonderer Schonkost.

Pfarrer Kaiser traf es trefflich, “Die Baeume unserer Partnerschaft, der Orangenbaum in Shangi und der Apfelbaum in Kaiserslautern, tragen Fruechte.”

Alle Gruppen bedanken sich herzlich fuer die Unterstuetzung aus St. Martin, die gerade nach dem Erdbeben wieder erforderlich ist.

Shangi wurde von dem Beben schwer getroffen und wir koennen leider die ersten Berichte und Befuerchtungen ueber das Ausmass der Zerstoerungen bestaetigen: die Schule liegt in Truemmern und ist restlos zerstoert, die Kirche ist schwer beschaedigt, vieles muss hier ganz abgerissen und repariert werden. Der Gemeindesaal, das Gemeindezentrum, die Unterkuenfte, die Strom- und Wasserversorgung nichts funktioniert mehr bzw. ist erheblich beschaedigt und muss neu aufgebaut werden, ebenso die Haeuser der ca. 1200 vom Erdbeben getroffenen Familien und Privathaushalte. Ueberall liegen Truemmer, reissen Graeben Loecher in die Landschaft oder sind noch brauchbare Backsteine bereits aussortiert und aufgeschichtet – katastrophal!

Nach der Besprechung und den Besichtigungen in Shangi fuhren wir weiter nach Bumazi, Mwezi und Giheko – ueberall bot sich ein aehnliches Bild und viele Gebaeude sind durch das Erdbeben beschaedigt oder zerstoert worden. Die Menschen empfangen uns freudig und voller Hoffnung, Trauer, Verzweiflung und doch wieder lebensfroh und herzlich – es ist nicht zu beschreiben.


Nach
einem verspaetetem Mittagessen bei Pfarrer Eugène in Mwezi und der Besichtigung des Krankenhauses in Mibilizi fuhren wir ueber holperige Sandpisten und bei bereits eingebrochener Dunkelheit zurueck nach Cyangugu.

Am naechsten Tag fahren wir erneut nach Shangi, es wird der Tag unseres Partnerschaftsfests sein – doch darueber werde ich morgen berichten, sofern es mit dem Internet klappt!