Unterstützung trägt Früchte

Vor Ort über laufende Selbsthilfeprojekte informiert
von Joachim Schwitalla 

In der Partnergemeinde Shangi informierte sich die Gruppe der Pfarrei St. Martin vor Ort über die Entwicklung der von ihr geförderten Projekte. 

Nach dem Erdbeben 2008, bei dem in Shangi die Kirche, der Mehrzwecksaal und die Grundschule weitgehend zerstört wurden, ebenso Teile eines Mädchengymnasiums mit Internat, das von Franziskanerinnen geführt wird, konnten diese zwischenzeitlich wieder aufgebaut werden. 

Noch unter der Amtszeit von Pfarrer Norbert Kaiser, dem Vorgänger von Pfarrer Andreas Keller, wurden Selbsthilfeprojekte für Jugendliche, für Aidskranke, eine Frauengruppe für arbeitslose Lehrerinnen und eine Elterngruppe, die sich um Waisen von an Aids gestorbenen Kindern kümmert, ins Leben gerufen. Alle Gruppen, darunter auch ein Seifenprojekt, ein Lädchen auf dem Markt in Shangi und Tierprojekte haben sich bis heute weiterentwickelt und tragen Früchte. 

Als Gemeinde mit dem Namenspatron des Heiligen Martin, habe die Pfarrei mehr zu teilen als nur einen Mantel, sagte Keller. „Partner teilen Hoffnung und Freude, Sorge und Leid.“ Das gehe nur, wenn man sich gegenseitig besucht und austauscht. Das sei das, was eine Partnerschaft ausmache. 

Pfarrer Alexis betonte, dass die Unterstützung den Menschen in Shangi geholfen habe, ihr eigenes Leben in die Hand zu nehmen und für sich zu sorgen. Weiter konnte eine sich im Bau befindende Biogasanlage und eine Getreidemühle besichtigt werden. Das seit mehreren Jahren laufende Mühlenprojekt ermöglicht den Bauern aus Soja, Sorghum und Mais, Sosoma, ein eiweißhaltiges und nahrhaftes Mehl zu mahlen, sei es für den Eigenverbrauch oder den Verkauf auf dem Markt. 

Schülerinnen der Franziskanerinnen, die in ihrer Einrichtung annähernd 600 Mädchen eine Schulbildung ermöglichen, überraschten den Besuch aus Kaiserslautern mit fröhlichen Tänzen und Gesängen ihrer Kultur. Ein von der Pfarrei St. Martin eingerichteter Schülerfonds hilft jährlich 80 Jugendlichen das Schulgeld zu finanzieren. Um ihre Zukunft in die Hand zu nehmen sei es insbesondere für Mädchen wichtig, Bildung zu erfahren, sagte Keller. 

Die Gemeinde Shangi, nahe des Kivusees, im Süden Ruandas, umfasst rund 20.000 Katholiken. In den nächsten Tagen stehen Besuche in den Filialgemeinden Mibilizi, Muyange und Bushenge an. Auch dort fördert die Pfarrei St. Martin Projekte zur Selbsthilfe. 

Salle Polyvalente und Biogasanlage
Salle Polyvalente und Biogasanlage

Folge uns nach Ruanda

Vom 22. Juli bis 02. August 2013 werden aus der Kirchengemeinde St. Martin Hannah Biehl, Bernhard Biehl, Dorothea Fuchs, Maria Fuchs, Pfarrer Andreas Keller, Arnis Ops, Beatrix Schwarz, Joachim Schwitalla, Anna Zoller, Barbara Zoller, Angelika Weis und Clarisse unsere Partnerpfarreien Shangi und Muyange in Ruanda besuchen. Gemeinsam mit unseren ruandischen Freunden feiern wir in diesem Jahr das 30-jährige Bestehen unserer Partnerschaft.

Sie können dabei sein, folgen Sie uns via Twitter nach Ruanda: https://twitter.com/ruandareise →

Auf dem Weg nach Ruanda

Reisegruppe 2013

Delegation aus St. Martin auf dem Weg zur Partnergemeinde in Ruanda
von Joachim Schwitalla

Es ist noch nicht lange her, da hatte die Pfarrei St. Martin Besuch aus ihrer Partnergemeinde Shangi in Ruanda. Anlass des mehrtägigen Aufenthalts in Kaiserslautern Anfang Juni war das 30. Jubiläum der Partnerschaft. Das wurde in mit einem Festgottesdienst, zahlreichen Begegnungen bis hin nach Speyer und Mainz begangen. Jetzt steht der Gegenbesuch einer zwölfköpfigen Delegation der Pfarrei St. Martin in Ruanda an.

Dorothea Fuchs, die Vorsitzende des Partnerschaftsvereins St. Martin, hat die Reise in das 6000 Kilometer entfernte Partnerland von Rheinland-Pfalz seit Monaten geplant. Mehrere Treffen der Reisegruppe galten der Vorbereitung und der Information über Land und Leute des afrikanischen grünen Hügellands.

Reisepässe und Impfungen mussten überprüft und vorgenommen werden. Eine Prävention gegen Gelbfieber, eine durch Mücken übertragene lebensbedrohende Infektionskrankheit, und gegen Malaria ist Pflicht. Die Route der zwölftägigen Reise wurde zusammen mit einem Mitarbeiter der ruandischen Botschaft in Berlin festgelegt. Gastgeschenke mussten ausgewählt und besorgt werden. Der Reisegruppe gehören Hannah Biehl, Bernhard Biehl, Dorothea Fuchs, Maria Fuchs, Pfarrer Andreas Keller, Arnis Ops, Beatrix Schwarz, Joachim Schwitalla, Anna Zoller, Barbara Zoller, Angelika Weis und Clarisse, eine ruandische Studentin, an.

Nach einer Fahrt in den Norden Ruandas, folgt die Begegnung mit den Menschen in Shangi, im Süden des Landes. Los geht’s am Montag, 22. Juli 2013. Von Frankfurt führt der neunstündige Flug über Istanbul nach Kigali, der Hauptstadt im Zentrum Ruandas. Charlotte Kuhlmann, die Leiterin des Koordinationsbüros der rheinland-pfälzisch/ruandischen Partnerschaft, wird die Delegation empfangen und auf einer Stadtrundfahrt durch die Millionenmetropole Kigali begleiten.

Ziele der kommenden Tage sind die Regionen um Ruhengeri und Gisenyi im Norden. Von Interesse werden der Anbau und die Verarbeitung von Agrarprodukten und einer Kaffeegenossenschaft sein. Weiter stehen das Kennenlernen von afrikanischen Kulturtechniken, eine Hügelwanderung und ein Blick auf die Virunga Vulkane auf dem Programm. Übernachtet wird überwiegend in Klöstern.

Ein Besuch gilt auch der Partnerschule der Kaiserslauterer Berufsbildenden Schule II Wirtschaft und Soziales in Janja. Mit der Groupe Scolaire St. Jerôme de Janja, einer Schule in kirchlicher Trägerschaft, der ein Internat mit rund 700 Schülerinnen und Schülern angeschlossen ist, pflegt die BBS II seit 1982 freundschaftliche Kontakte.

Am Freitag, 26. Juli 2013, führt die Route auf dem Kivu See in einem Motor-Holzboot von Gisenyi nach Kibuye. In Shangi wird die Reisegruppe am Samstag, 27. Juli 2013, erwartet. Bis einschließlich Donnerstag, 01. August 2013, wird die Delegation in der Partnergemeinde mit den Ortschaften Muyange und Mibilizi zu Gast sein.

Höhepunkt ist das 30. Partnerschaftsjubiläum. Es wird sonntags mit einem Festgottesdienst gefeiert. Zu dem Ereignis werden Menschen aus der gesamten Diözese Cyangugu erwartet. Während des Aufenthalts in Shangi wird sich die Gruppe um Pfarrer Keller über die Weiterentwicklung von Projekten informieren, die vor vielen Jahren von der Martinspfarrei angestoßen und bis heute finanziell gefördert werden. Dazu gehören ein Gemeindezentrum mit Schule, eine Gesundheitsstation, landwirtschaftliche und handwerkliche Einrichtungen.

Die Rückkehr von Kigali nach Kaiserslautern ist für Freitag, 02. August 2013, terminiert. 

 

Wir sind Freunde

Pfarrer Alexis Nshimiyimana und Pfarrer Andreas Keller
Pfarrer Alexis Nshimiyimana und Pfarrer Andreas Keller beim Austausch der Gastgeschenke

St. Martin feiert das 30. Jubiläum 
der Partnerschaft mit Shangi in Ruanda

von Joachim Schwitalla

„Turi incuti“, „Wir sind Freunde“: Am Ende des Festgottesdienstes zum 30. Partnerschaftsjubiläum zwischen der Projektpfarrei St. Martin und der Gemeinde Shangi in Ruanda trugen mehrere hundert Besucher ihre Freude über das Miteinander zwischen Afrikanern und Deutschen sichtbar auf einem Button am Revers ihrer Kleidung. Freudig und mit afrikanischen Rhythmen beschwingt ging es gestern im Gottesdienst zu. Thaddée Ntihinyurwa, Erzbischof der Diözese Kigali, und Pfarrer Norbert Kaiser, die Gründungsväter der Partnerschaft, waren zugegen. Jean Damascene Bimenyimana, Bischof der Diözese Cyangugu, die Pfarrer Alexis, Cyriaque und Eugène der Partnergemeinde Shangi standen mit Pfarrer Andreas Keller am Altar. Rückblick und Ausblick bestimmten Ansprache und Grußworte. Keller zeigte in seiner Predigt auf, was Freundschaft und Partnerschaft aus christlicher Sicht auszeichnen. „Christen leben Partnerschaft im Geist Jesu Christi“, sagte Keller. Achtsamkeit sei die Seele der Freundschaft. Sie sei das, was die Freundschaft am Leben halte. Achtsamkeit, das Interesse am anderen, habe den Menschen in Shangi zu einem Seifenprojekt verholfen, zu einer Solaranlage und dazu, die Getreidemischung Sosoma zu produzieren. Die Liebe der Achtsamkeit und Wertschätzung bewahre die Früchte der Freundschaft durch Bedrohung und Zerstörung hindurch, erinnerte Keller an den Genozid 1994 und das schwere Erdbeben in Ruanda 2008.

Dorothea Fuchs, Vorsitzende des Partnerschaftsvereins St. Martin, hob hervor, dass die Partnerschaft zunächst aus finanziell unterstützten Projekten gewachsen sei. Inzwischen seien lebendige Beziehungen entstanden. „Wir sind Freunde“, sagte Fuchs.

Pfarrer Kaiser, Mitbegründer der Liaison, verwies auf eine Leitlinie des Zweiten Vatikanischen Konzils: Die Kirche ist Zeichen und Werkzeug für die Einheit der ganzen Menschheit. Durch die Partnerschaft mit Shangi sei die Pfarrei St. Martin ein solches Zeichen der Einheit geworden und habe sich an beiden Orten als Werkzeug in der Hand Gottes verstanden.

Erzbischof Thaddée Ntihinyurwa dankte für die Freundschaft und freute sich, dass Keller die von Kaiser ins Leben gerufene Partnerschaft erfolgreich weiterführe. Er wünschte der Jumelage noch viele gute Jahre.

Richard Auernheimer, Präsident des Partnerschaftsvereins Rheinland-Pfalz, bescheinigte St. Martin, mit großem Engagement den Partnerschaftsgedanken des Landes mitzutragen. In der Welt etwas zum Guten zu verändern, könne man nur gemeinsam. St. Martin sei dafür ein gutes Beispiel.

Oberbürgermeister Klaus Weichel lobte die Arbeit, die mit dazu beitrage, Kaiserslautern als weltoffene Stadt zu positionieren. „Ihnen gilt mein Dank und mein Respekt. Machen Sie weiter so“, sagte Weichel.

Beim anschließenden Empfang im festlich dekorierten Edith-Stein-Haus waren die Gäste aus Shangi gefragte Gesprächspartner. Studierende aus Ruanda hielten die Jubiläumsfeier mit Trommelwirbel und afrikanischen Tänzen in Schwung. Die ruandische Köchin Imaculata verwöhnte mit Spezialitäten aus der ruandischen Küche. Zeit nahmen sich viele Besucher für eine Fotodokumentation über die Partnerschaft. Sie war von Gisela Rick, einer Partnerschaftsverantwortlichen der ersten Stunde, zusammengestellt worden.

Besuch aus Ruanda

von Joachim Schwitalla

Einen herzlichen Empfang bereitete die Projektpfarrei St. Martin gestern Abend einer 17-köpfigen Delegation aus den Partnergemeinden Shangi und Muyange in Ruanda. Applaus brandete auf, „Viel Glück und viel Segen“ erklang im Kanon. Anlass des Besuchs ist das 30. Jubiläum der Partnerschaft zwischen den Gemeinden.

Pfarrer Andreas Keller freute sich, unter Gästen und Gastfamilien mit Pfarrer Norbert Kaiser, seinem Vorgänger, und Erzbischof Thaddée, die Gründungsväter der Partnerschaft willkommen zu heißen. „Wir haben einen besonderen Grund zu feiern. Wir freuen uns sehr, dass ihr da seid“, sagte Keller mit Blick auf das Jubiläum.

Partnerschaft brauche Begegnung. Ohne Begegnung verliere Partnerschaft an Dynamik. Partnerschaft zu leben, sei Aufgabe der Christen und bedeute Freude, Hoffnung, Sorgen und Ängste zu teilen. Zu erfahren, was Menschen bewege und was sie in ihren Herzen tragen, so Keller. Er lud die ruandischen Gäste ein, Menschen, Gottesdienste, die Pfalz und ihre Landschaft kennenzulernen.

Dorothea Fuchs, Vorsitzende des Partnerschaftsvereins St. Martin, stellte Gäste und Gastfamilien vor. Angeführt wird die Delegation von Erzbischof Thaddée Ntihinyurwa, Kigali, und Bischof Jean Damascene Bimenyimana, Cyangugu. Der Reisegruppe gehören neben den Pfarrern Cyriaque, Eugène und Alexis Schülerinnen und Gemeindehelfer an.

Bis zu ihrer Rückreise nach Afrika am 6. Juni erwartet die Ruandesen ein umfangreiches Besuchsprogramm. Am Fronleichnamstag werden die Ruandesen an der Prozession der Stadtpfarreien und am Klosterfest teilnehmen. Besuche sind in Mainz und in Speyer vorgesehen. Höhepunkt ist am Sonntag, 2. Juni, 10 Uhr, ein Festgottesdienst in der Martinskirche. Zu den Feierlichkeiten werden auch Gäste aus den Partnergemeinden in Uruguay und Brandenburg erwartet. Im Anschluss lädt die Gemeinde zur Jubiläumsfeier ins Edith-Stein-Haus ein. Die ruandische Köchin Imaculata wird mit ihrem Team „Jambo“ Spezialitäten aus ihrer Heimat anbieten. 

Partnerschaftsfeier 2013 Ruanda-Delegation

Partnerschaftsjubiläum

Reisegruppe
Innocent, Agnes, Pfarrer Cyriaque, Marie Rose, Pfarrer Alexis, Berthe

Am 02. Juni 2013 feiern die Kirchengemeinden St. Martin in Kaiserslautern und Shangi und Muyange in Ruanda in Kaiserslautern das 30-jährige Bestehen ihrer Partnerschaft.

Aus diesem Anlass werden, vom 28.05.2013 bis 05.06.2013, Erzbischof Thaddée Ntihinyurwa aus Kigali, Bischof Jean Damascène Bimenyimana aus Cyangugu, Pfarrer Alexis Nshimiyimana aus Shangi und Pfarrer Niyonteze aus Muyange, Eugène Dusabirema aus Mibilizi sowie Schwester Edith, Jean De La Croix, Marie Rose, Agnes, Berthe, Charles, Innocent und fünf Schülerinnen aus Ruanda erwartet. Sie alle werden bei Familien der Gemeinde St. Martin wohnen.

Außerdem werden aus der Partnergemeinde in Uruguay noch Dory Pérez und Pfarrer Gustavo Rebón anreisen, um das Partnerschaftsfest in Kaiserslautern mitzufeiern.

Die Feierlichkeiten beginnen am Sonntag, 02. Juni 2013, um 10.00 Uhr, mit einem Festgottesdienst in der Martinskiche in Kaiserslautern. Hiernach sind alle Gäste, Gemeindemitglieder, Freunde und Interessierte in das Edith-Stein-Haus eingeladen. Die ruandische Köchin Imaculata mit Ihrem Team „Jambo“ lädt uns auf eine kulinarische Reise nach Ruanda ein. Wertgutscheine können am Festtag oder nach allen Gottesdiensten in der Martinskirche, im Pfarramt St. Martin, in der Roten Apotheke, in der Adlerapotheke, im ” Modehaus Streb” und bei “Pallmann” sowie im Weltladen erworben werden. Aus dem Erlös wird die Jubiläumsfeier finanziert.

Die Gäste aus Ruanda und Uruguay erwartet die kommenden Tage ein kunterbuntes Programm:

• 28.05.: gegen 16.50 Uhr, Ankunft aus Frankfurt, Willkommen in Kaiserslautern: Abendimbiss im Pfarrzentrum und Abholung durch die Gastfamilien. • 29.05.: ab 08.30 Uhr, Frühstück in der Cafeteria des Hohenstaufen-Gymnasiums und Schulführung; ab 13.00 Uhr, Mittagessen im Firenze und ab 16.00 Uhr Führung im „Fritz-Walter-Stadion“. Die Bischöfe sind am Abend zu einem Gottesdienst der Katholischen Hochschulgemeinde mit anschließendem Empfang eingeladen. • 30.06.: Fronleichnam, Treffpunkt 09.00 Uhr in der Martinskirche, Gottesdienst und Prozession zur Kirche Maria Schutz und Besuch des Klosterfest. • 31.05.: ab 17.00 Uhr, Kerwebesuch mit Abendessen • 01.06.: Rheinschiffahrt in Bingen • 02.06.: ab 10.00 Uhr, Festgottesdienst und Partnerschafsfest in Kaiserslautern • 03.06.: ab 08.00 Uhr, Fahrt nach Mainz, Einladung des Ministerium des Innern, für Sport und Infrastruktur und des Partnerschaftsvereins Rheinland-Pfalz/Ruanda e. V. • 04.06.: Schulbesuch und Einladung der Lebenshilfe Kaiserslautern • 05.06.: ab 09.00 Uhr Fahrt nach Speyer: Pressekonferenz, Treffen mit dem Weihbischof Otto Georgens und Besuch im Sea Life, Abschlussgottesdienst um 16.30 Uhr in der Afrakapelle

 

Neue Partnerschaft

Nach einer Ruanda-Reise im Jahr 2012 ist es nun gelungen eine Partnerschaft zwischen der Katholischen Hochschulgemeinde Kaiserslautern und der Hochschulgemeinde am KIST in Kigali ins Leben zu berufen.

Am Mittwoch, 29. Mai 2013, wird die Partnerschaftserklärung in der Katholischen Hochschulgemeinde Kaiserslautern unterzeichnet werden. Die Feierlichkeit beginnt um 19.15 Uhr mit einem Gottesdienst mit Bischof Jean Damascene aus Cyangugu und Erzbischof Thaddée aus Kigali in der KHG. Anschließend wird die Partnerschaftserklärung unterzeichnet. Danach können sich die Bischöfe einen Eindruck von der Universität und dem Studium der Studenten machen. Im Anschluss sind alle zu einem gemeinsamen Abendessen mit deutschen und ruandischen Spezialitäten eingeladen.

Im Sommer 2014 ist die erste Begegnungsreise für deutsche Studierende nach Ruanda geplant.

Salle Polyvalente

Im Jahr 2008 beschädigte ein Erdbeben den Gemeindesaal unserer Partnergemeinde in Shangi/Ruanda. Mit Ihrer Hilfe und Unterstützung konnte der „Salle Polyvalente“ nun wieder aufgebaut werden.

Der 1. Bauabschnitt umfasste die Errichtung von Gruppenräumen, Sanitäranlagen, Küche und ein kleines Erste-Hilfe-Zentrum. Der 2. Bauabschnitt konnte nun auch in Angriff genommen werden, zwei Versammlungsräume und ein kleiner Verkaufsraum können errichtet werden – Dank Ihrer Spenden.

Salle Polyvalente
Salle Polyvalente

Rückblick: 30 Jahre Partnerschaft

von Gisela Rick

Die Pfarrei St. Martin entschloss sich im November 1983, einen Blick über den Tellerrand zu werfen: Wie sieht das Leben von Menschen in anderen Teilen unserer Erde aus? Können wir etwas von ihnen lernen? Brauchen sie unsere Hilfe?

Aus Speyer erfuhren wir von der Partnerschaft zwischen den beiden Diözesen Speyer und Cyangugu in Ruanda. Zu diesem Land im Herzen Afrikas hatte Deutschland schon um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert eine enge Beziehung: Ruanda hatte zu Deutsch-Ostafrika gehört. Dem Ort Ischangi, dem heutigen Shangi, kam schon damals eine besondere Bedeutung zu. Die Gemeinde St. Martin entschloss sich also zu einer Partnerschaft mit dem traditionsreichen Ort. Der Motor des Unternehmens war von Anfang an Pfarrer Norbert Kaiser.

Shangi - St. MartinUnvergessen ist der erste Partnerschaftsgottesdienst, in dem mit einer Brücke aus wackelnden Kisten die Risiken des Vorhabens verdeutlicht wurden. Wie die Brücke halten? Es gab die ersten Schreibkontakte und Brieffreundschaften entstanden. In einem Fall hat diese Verbundenheit per Brief bis heute gehalten. 30 Jahre Treue! Auch von Partnerpfarrer Thaddée Ngirinshuti erhielten wir ausführliche Berichte. Die Aktenordner mit Korrespondenz füllten sich; das Leben der Menschen in Shangi trat plastisch hervor. Wir erfuhren von ihren Bedürfnissen, von dem Mangel, den sie litten, und von großen Hoffnungen, die sie auf uns setzten. So kam es zu Hilfsgütersendungen von beträchtlichem Ausmaß: Nähmaschinen, Medikamente, Kleidung, Einrichtungsgegenstände aus aufgelösten Arztpraxen, sakrale Gegenstände, Rollstühle…

Engagierte Christen der Martinsgemeinde stellten sich in den Dienst dieser Partnerschaft und machten sie zu ihrer Sache. Dabei fanden wir die Unterstützung der Firma Pfaff und des Innenministeriums in Mainz sowie der Bundeswehr, die besondere Transporte per Militärmaschine übernahm. Eine Besonderheit war, dass es seit 1984 in Kaiserslautern 14 ruandische Studenten gab – darunter eine Studentin aus Shangi! – die in der Pfarrei St. Martin ein Stück Heimat fanden und die sich in unser Leben integrierten.

Im Jahr 1985 traten zwei Ereignisse ein, die für unsere Partnerschaft von Bedeutung waren: zum einen der Besuch von Bischof Thaddée Ntihinyurwa (dem heutigen Erzbischof von Kigali) und zum anderen die Reise einer kleinen Gruppe in die Partnergemeinde unter Leitung von Pfr. Kaiser. Nun konnten wir uns selbst ein Bild machen und nach unserer Rückkehr berichten.

In der Partnergemeinde Shangi, zu der zur damaligen Zeit auch Muyange gehörte, entstanden unterdessen Schulen, Pfarrzentren und Mehrzweckhallen, Kirchen und ein Gesundheitszentrum. Shangi hatte damals sechs Zentralen. Die Spendenbereitschaft unserer Gemeindemitglieder und die Hilfe der rheinland-pfälzischen Landesregierung machten diese Vorhaben möglich. Ein Schülerfonds unterstützte schon bald die Förderung ruandischer Kinder aus bedürftigen Familien, und die Eine-Welt-Gruppe hält mit dem Verkauf fair gehandelter Waren aus Ruanda den Gedanken der Gerechtigkeit und der Verantwortung füreinander lebendig.

Mit Anschubfinanzierungen entstanden in Shangi kleine dynamisch Prozesse, die den Versöhnungsprozess nach dem Genozid vom April 1994 förderten – 8000 Menschen waren in der Partnergemeinde dem Völkermord zum Opfer gefallen. Der Schock saß tief. Seitdem findet in der Martinskirche an jedem Freitag ein Gedenkgottesdienst statt mit einem besonderen Gebet für die Menschen in Ruanda.

Eine neue Katastrophe brach im Jahr 2008 über Shangi herein, als ein starkes Erdbeben große Teile des Ortes zerstörte, auch Schule, Kirche und Gemeindezentrum, die mit unserer Unterstützung errichtet worden waren. Zum zweiten Mal musste wieder ganz von vorn angefangen werden.

Partnerschaft ist keine Einbahnstraße. Partnerschaft ist Geben und Nehmen. Shangi hat eine gute Entwicklung gemacht. Für uns ist die Erfahrung von Gastfreundschaft und Dankbarkeit, von Begeisterungsfähigkeit und Zuneigung eine Bereicherung. Die guten Gedanken der Christen unserer Partnergemeinde begleiten uns.

Heute ist der Staffelstab an die jüngere Generation weiter gegeben worden. Das Internet erleichtert den Austausch. Neue Impulse sind hinzu gekommen (AIDS-Hilfe, Bio-Gas- Anlage, Mühlen- und Seifenprojekt, etc.). Der Ruandakaffee →, den wir trinken, stammt aus einem reinen Geben- und- Nehmen-Projekt: die Kaffee-Bauern vor Ort werden unterstützt, ihre kleinen Parzellen nicht zu verkaufen, sondern sich einer Genossenschaft anzuschließen. So wird dem Landraub vorgebeugt und die Kaffee-Bauern müssen nicht als Tagelöhner auf ihrem eigenen Feld arbeiten. Der Kaffee darf nur im Ehrenamt verkauft werden. Auf Gewinn muss zugunsten der Menschen im Partnerland verzichtet werden.

„Tuli inshuti“ hatte uns Pfarrer Thaddée zugerufen: „Wir sind Freunde“!
Unsere Brücke hat gehalten.